Grab von Ramses VII. (KV1): Das erste Grab des Tals und der letzte königliche Sarkophag

Das erste Grab, das Sie am Eingang des Tals sehen, die kleinste der königlichen Grabkammern und die letzte Ruhestätte eines Pharaos, der die Bestattungstradition des Neuen Reiches beendete.

Doppeldarstellung der Göttin Nut an der astronomischen Decke von KV1
Die Göttin Nut an der Decke der Grabkammer von KV1 – dem Grab von Ramses VII.

KV1 liegt am Eingang des Tals der Könige — das erste Grab, dem Besucher beim Eintritt in das Haupttal begegnen, ohne dass ein Aufstieg nötig ist und mit minimalem zusätzlichem Gehweg vom zentralen Pfad aus. Es ist außerdem eines der kleinsten und am wenigsten verzierten Königsgräber im Tal, und der folgende Artikel geht ehrlich mit beiden Tatsachen um.

Was KV1 bietet, ist unkompliziert: leichter Zugang, eine echte königliche Grabkammer mit einer astronomischen Deckenmalerei, der letzte bekannte königliche Sarkophag, der im Tal der Könige aufgestellt wurde, und ein Kontext (die letzten Jahrzehnte des Neuen Reiches), der die Schlichtheit des Grabes nachvollziehbar macht, statt sie enttäuschend wirken zu lassen.

Wer war Ramses VII.?

Ramses VII. regierte von etwa 1136 bis 1129 v. Chr. — eine siebenjährige Regierungszeit während des endgültigen Niedergangs der 20. Dynastie. Er war der Sohn Ramses‘ VI., dessen eigenes Grab (KV9) das am reichsten verzierte im gesamten Tal ist. Der Kontrast zwischen den Gräbern von Vater und Sohn ist selbst ein Zeugnis dafür, wie schnell sich die königlichen Ressourcen Ägyptens in dieser Zeit verringerten.

Seine Regierungszeit war von schwerer wirtschaftlicher Inflation geprägt — Verwaltungspapyri verzeichnen Getreidepreise, die um ein Vielfaches höher lagen als in früheren Zeiten — sowie von politischer Zersplitterung, da die Autorität des Zentralstaats weiter erodierte. Der relativ kleine Maßstab und die unvollständige Ausschmückung von KV1 spiegeln die Ressourcen wider, die einem Pharao unter diesen Umständen zur Verfügung standen.

Außenansicht von KV1, dem Grab von Ramses VII. am Eingang des Tals der Könige

Lage: Das Eingangsgrab des Tals

Die Lage von KV1 am Eingang des Tals der Könige ist sein bedeutendster praktischer Vorteil. Anders als KV17 (Sethos I.), das einen Abstieg an zahlreichen anderen Gräbern vorbei erfordert, oder KV34 (Thutmosis III.), das einen steilen Aufstieg erfordert, liegt KV1 einfach dort am Beginn des Tals — sichtbar vom Hauptweg aus, mit minimalem zusätzlichem Gehweg vom Besucherzentrum aus.

Für Besucher mit begrenzter Zeit oder eingeschränkter Mobilität macht dies KV1 zu einem naheliegenden Stopp, der sonst zugunsten prominenter gelegener Gräber ausgelassen würde.

Architektur und Grundriss

KV1 ist ein Grab mit einem einzigen Korridor von etwa 44 Metern Länge — weniger als die Hälfte der Länge von KV9 oder KV11. Der Grundriss besteht aus:

Eingangskorridor: abfallender Zugangsgang, verziert mit religiösen Texten und Sternendarstellungen

Grabkammer: die Hauptkammer mit einer gewölbten Decke, die die Göttin Nut sowie gemalte astronomische Motive zeigt; in die Wände geschlagene Nischen für Kanopenkrüge

Grundriss und Gestaltung von KV1, dem Grab von Ramses VII.

Die Kanopennischen: Was KV1 architektonisch ungewöhnlich macht, ist das Vorhandensein eigener Nischen für Kanopenkrüge, die direkt in die Wände der Grabkammer geschlagen wurden — eine in Gräbern der 20. Dynastie seltene Anordnung, die darauf hindeutet, dass die Gestaltung des Grabes eine ältere oder konservativere Tradition widerspiegelte.

Der letzte königliche Sarkophag im Tal: KV1 enthielt den letzten Sarkophag, der je von einem regierenden Pharao im Tal der Könige aufgestellt wurde. Er wurde später zerstört oder entfernt — Fragmente wurden vom Ägyptologen Edwin Brock während seiner Ausgrabung des Grabes im Jahr 1985 dokumentiert. Nach Ramses VII. wurde kein ägyptischer Pharao mehr im Tal bestattet.

Ausschmückung

Das dekorative Programm von KV1 ist nach den Maßstäben königlicher Gräber des Neuen Reiches schlicht — passend zu einer kurzen und ressourcenarmen Regierungszeit:

Die Korridordecke: Texte aus dem Totenbuch und Darstellungen aus dem Pfortenbuch, die das übliche Schutz- und Orientierungsprogramm für die Seele des Pharaos bieten